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5 Warnzeichen, bei denen man nicht abwarten sollte


Warnzeichen

Viele Beschwerden sind harmlos und gehen von selbst wieder weg. Gleichzeitig gibt es Symptome, bei denen Zeit ein entscheidender Faktor ist – Minuten können über Prognose, Folgeschäden und manchmal über Leben und Tod entscheiden. In der Hausarztpraxis sehen wir häufig, dass Menschen aus Unsicherheit „erstmal abwarten“ – oder sich umgekehrt wegen harmloser Beschwerden große Sorgen machen.

Dieser Beitrag hilft dir, beides besser einzuordnen: 5 Warnzeichen, bei denen du nicht abwarten solltest. Dabei gilt: Eine Online-Checkliste ersetzt keine individuelle Diagnostik. Aber sie kann dir helfen, im richtigen Moment richtig zu handeln.

Grundregel: Wenn du unsicher bist oder dich der Zustand „nicht normal“ anfühlt – lieber einmal zu früh medizinische Hilfe holen als zu spät.

Warnzeichen 1: Plötzliche Lähmung, Sprachstörung, Gesichtsfeld-/Sehstörung

Verdacht: Schlaganfall oder TIA (Mini-Schlaganfall)

Typisch ist der plötzliche Beginn – oft innerhalb von Sekunden/Minuten. Achte besonders auf „BE FAST/FAST“:

  • Face: Hängt ein Mundwinkel? schiefes Lächeln?

  • Arms: Schwäche/Taubheit eines Arms/Beins? Arm sinkt ab?

  • Speech: verwaschene Sprache, Wortfindungsstörung, „komisch reden“?

  • Time: sofort handeln (Zeit ist Gehirn). (www.stroke.org)

Ergänzend bei BE FAST: plötzliches Gleichgewichtsproblem oder Sehproblem. (Duke Health)

Was du jetzt tun solltest

  • Sofort 112 rufen (nicht selbst fahren, nicht „erst duschen/ausruhen“).

  • Zeitpunkt merken: Wann war die Person zuletzt „normal“?

  • Keine Nahrung/Trinken geben (Schluckstörung möglich).


Warnzeichen 2: Druck/Schmerz in der Brust – oft mit Atemnot, Übelkeit, Kaltschweiß

Verdacht: Herzinfarkt oder instabile Angina

Herzinfarkt-Symptome sind nicht immer „Hollywood-mäßig“. Häufig sind:

  • Druck/Enge/Schmerz in der Brust (kann anhalten oder wiederkommen)

  • Ausstrahlung in Arm(e), Rücken, Hals, Kiefer oder Oberbauch

  • Atemnot, Übelkeit/Erbrechen, Schweißausbruch, starke Schwäche (www.heart.org)

Was du jetzt tun solltest

  • Sofort 112 rufen – besonders wenn Beschwerden neu, stark oder ungewohnt sind.

  • Nicht selbst zur Klinik fahren, wenn es dir schlecht geht.

  • Wenn du bereits Herzmedikation hast: ärztliche Empfehlungen (z. B. Nitrospray) beachten – aber Notruf nicht verzögern.


Warnzeichen 3: Plötzliche schwere Atemnot – oder Schwellung im Gesicht/Hals

Verdacht: akute Atemwegs-/Herzprobleme oder Anaphylaxie

Atemnot kann viele Ursachen haben (Asthma/COPD-Schub, Lungenembolie, Herzinsuffizienz, Pneumonie). Alarmzeichen sind:

  • Atemnot plötzlich und stark, spricht nur noch in kurzen Sätzen

  • bläuliche Lippen/Nägel, Verwirrtheit, Erschöpfung, Kollaps

  • Atemnot + Brustschmerz (bis zum Beweis des Gegenteils: Notfall) (Healthdirect)

Sonderfall Anaphylaxie (schwere Allergie):

  • Schwellung von Zunge/Hals, pfeifende Atmung, Luftnot

  • Quaddeln/Flush, Kreislaufabfall, Schwindel/Ohnmacht, Übelkeit/Erbrechen (Mayo Clinic)

Was du jetzt tun solltest

  • Sofort 112 rufen bei schwerer Atemnot oder Schwellung im Halsbereich.

  • Bei bekanntem Allergierisiko: Adrenalin-Autoinjektor nach Plan einsetzen und trotzdem medizinisch abklären lassen. (CDC)


Warnzeichen 4: Schwere Infektzeichen – „komisch“ benommen, sehr krank, Kreislauf schwach

Verdacht: Sepsis (Blutvergiftung) / schwerer Verlauf einer Infektion

Sepsis ist keine „Blutvergiftung im Blut“, sondern eine lebensbedrohliche Fehlreaktion des Körpers auf eine Infektion. Entscheidend ist: Früh erkennen, früh behandeln. (NHS Inform)

Warnsignale können sein:

  • starke Benommenheit, Verwirrtheit, „nicht richtig ansprechbar“

  • sehr schneller Puls, schnelle Atmung, kalte/marmorierte Haut

  • nicht aufstehen können, extreme Schwäche

  • (bei Kindern/Älteren oft ohne klares Fieber!) (Mayo Clinic)

Was du jetzt tun solltest

  • Bei schwer krankem Eindruck + Infektzeichen: 112 (oder sofortige Notfallabklärung).

  • Nicht warten, „bis das Antibiotikum wirkt“ – wenn sich der Zustand rasch verschlechtert.


Warnzeichen 5: Blutungen – blutiges Erbrechen oder schwarzer, teeriger Stuhl

Verdacht: akute innere Blutung (v. a. Magen-Darm)

Blut im Erbrochenen oder schwarzer, teeriger Stuhl (Meläna) sind klassische Warnzeichen. (niddk.nih.gov)

  • Blut erbrechen: immer ernst nehmen, kann ein Notfall sein. (Cleveland Clinic)

  • Schwarzer, teeriger Stuhl kann auf Blutungen im oberen Verdauungstrakt hinweisen; bei akuten/sehr starken Blutungen ist schnelle Hilfe nötig. (niddk.nih.gov)

Was du jetzt tun solltest

  • Bei deutlicher Blutung, Kreislaufproblemen, Blässe, Schwindel: 112.

  • Keine Selbstbehandlung mit Schmerzmitteln (NSAR können Blutungen fördern) – ärztlich abklären.


Kurzfazit: Die 5 Warnzeichen als Merkhilfe

  1. Plötzlich neurologisch auffällig (BE FAST) → 112 (www.stroke.org)

  2. Brustdruck/Schmerz ± Atemnot/Übelkeit/Schweiß → 112 (www.heart.org)

  3. Schwere Atemnot oder Hals-/Zungenschwellung → 112 (Mayo Clinic)

  4. Schwer krank + benommen/kreislaufschwach (Sepsis-Verdacht) → 112 (NHS Inform)

  5. Blut erbrechen / schwarzer Stuhl → dringend abklären, ggf. 112 (niddk.nih.gov)


Empfehlung von Gesundheits-Doc

Gesundheits-Doc empfiehlt: Bei den oben genannten Warnzeichen gilt: Lieber einmal zu früh handeln als zu spät. Besonders bei Schlaganfall, Herzinfarkt, schwerer Atemnot, Sepsis-Verdacht und akuter Blutung zählt Zeit – frühe Behandlung verbessert nachweislich die Chancen und reduziert Folgeschäden. (www.stroke.org)


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Quellenbox (Auswahl)
  • Schlaganfall-Warnzeichen (FAST/BE FAST): American Stroke Association / CDC / Stroke Association (UK). (www.stroke.org)
  • Herzinfarkt-Symptome: American Heart Association; Mayo Clinic. (www.heart.org)
  • Sepsis: NHS Inform; Mayo Clinic. (NHS Inform)
  • GI-Blutung (schwarzer Stuhl, akute Blutung): NIDDK; Cleveland Clinic (Hämatemesis). (niddk.nih.gov)
  • Anaphylaxie: Mayo Clinic; American Red Cross; CDC (Anaphylaxie-Management). (Mayo Clinic)

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