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Kopfplatzwunde – richtig handeln

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Kopfplatzwunde

Was ist eine Kopfplatzwunde und wie entsteht sie?

Eine Kopfplatzwunde ist eine Riss-Quetsch-Wunde der behaarten Kopfhaut oder Stirn. Im Gegensatz zu glatten Schnittwunden reißen Haut und Unterhaut durch die stumpfe Krafteinwirkung auf. Häufige Ursachen sind Stürze (z. B. im Haushalt, beim Sport), Zusammenstöße, Schläge oder Verkehrsunfälle. Bei Kindern entstehen Kopfplatzwunden oft beim Spielen, bei älteren Menschen im Rahmen von Stürzen.

Charakteristisch ist das Auseinanderklaffen der Wundränder. Dadurch heilt die Wunde ohne Versorgung schlechter und hinterlässt häufiger Narben. Gleichzeitig besteht – wie bei jeder offenen Verletzung – ein Infektionsrisiko. Besonders wichtig ist deshalb eine zeitnahe und fachgerechte Beurteilung.


Erste Hilfe: Was du sofort tun solltest

Ruhig bleiben und strukturiert vorgehen:

  1. Blutung stillen: Lege einen sauberen, möglichst sterilen Druckverband an. Fester Druck über mehrere Minuten ist entscheidend. Nicht ständig nachsehen – das stört die Blutgerinnung.

  2. Kopf hoch lagern: Wenn möglich, leicht erhöht lagern, um die Blutung zu reduzieren.

  3. Wunde nicht auswaschen oder manipulieren: Kein Desinfektionsmittel, keine Salben, keine Hausmittel in die Wunde geben.

  4. Begleitsymptome beobachten: Schwindel, Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen, Benommenheit oder Bewusstseinsstörungen sind Warnzeichen.

  5. Tetanusstatus prüfen: Bei unklarem oder unvollständigem Impfschutz sollte dieser ärztlich aufgefrischt werden.

Diese Maßnahmen ersetzen keine ärztliche Untersuchung, können aber Blutverlust und Komplikationen reduzieren.


Wann muss eine Kopfplatzwunde ärztlich versorgt werden?

In vielen Fällen ist eine ärztliche Versorgung erforderlich. Besonders dann, wenn:

  • die Wunde klafft, länger als ca. 1–2 cm ist oder tief erscheint

  • die Blutung trotz Druck nicht stoppt

  • die Verletzung im Gesicht oder an der Stirn liegt

  • die betroffene Person gerinnungshemmende Medikamente einnimmt

  • Kinder, ältere Menschen oder bewusstseinsveränderte Personen betroffen sind

  • Hinweise auf eine Gehirnerschütterung bestehen

In der Praxis oder Notaufnahme wird entschieden, ob die Wunde geklebt, geklammert oder genäht werden muss. Kopfplatzwunden werden häufig mit Klammern versorgt – das geht schnell, ist zuverlässig und kosmetisch meist unproblematisch.

Bei Verdacht auf eine schwerere Kopfverletzung (z. B. nach Hochrasanztrauma, Bewusstlosigkeit, neurologischen Auffälligkeiten) kann eine weiterführende Diagnostik notwendig sein.


Heilung, Nachsorge und mögliche Komplikationen

Nach sachgerechter Versorgung heilt eine Kopfplatzwunde meist innerhalb weniger Tage bis Wochen ab. Wichtig sind:

  • Wundruhe: Kein Kratzen, kein frühzeitiges Entfernen von Klammern/Fäden

  • Hygiene: Haare vorsichtig waschen (nach ärztlicher Rücksprache)

  • Kontrolle auf Entzündungszeichen: Rötung, zunehmende Schmerzen, Eiter, Fieber

  • Klammern/Fäden rechtzeitig entfernen: meist nach 7–10 Tagen

Komplikationen sind selten, können aber auftreten: Infektionen, Nachblutungen, Narbenbildung oder – bei übersehener Begleitverletzung – neurologische Probleme. Deshalb ist die Verlaufskontrolle wichtig.


Gesundheits-Doc Empfehlung

Eine Kopfplatzwunde sieht oft schlimmer aus, als sie ist – sollte aber immer ernst genommen werden. Bei klaffenden oder stark blutenden Wunden, unklaren Symptomen oder Unsicherheit gilt: lieber einmal mehr ärztlich abklären lassen. Eine frühzeitige, fachgerechte Versorgung schützt vor Infektionen, Narben und übersehenen Kopfverletzungen.


👉 Kurz-Check: Starke Blutung? Klaffende Wunde? Schwindel oder Übelkeit?👉 Dann gilt: Zeitnah ärztlich vorstellen. Teile diesen Beitrag mit Eltern, Sporttreibenden und Angehörigen – richtiges Handeln macht den Unterschied.


FAQ – 6 häufige Fragen

1) Warum blutet eine Kopfplatzwunde so stark? Die Kopfhaut ist sehr gut durchblutet – schon kleine Wunden können stark bluten.

2) Muss jede Kopfplatzwunde genäht werden? Nein. Kleine, nicht klaffende Wunden können konservativ heilen, viele benötigen jedoch Klammern oder Nähte.

3) Darf ich die Wunde selbst desinfizieren? Nein. Ungeeignete Mittel können das Gewebe schädigen. Die Wundreinigung gehört in fachkundige Hände.

4) Wann besteht Verdacht auf eine Gehirnerschütterung? Bei Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Benommenheit, Gedächtnislücken oder Bewusstseinsstörung.

5) Wie lange dauert die Heilung? Meist 7–14 Tage, abhängig von Größe, Lage und Versorgung der Wunde.

6) Darf ich nach einer Kopfplatzwunde Sport treiben? Erst nach ärztlicher Freigabe – insbesondere bei Verdacht auf Gehirnerschütterung.


Quellenbox (Auswahl)
  • Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie – Empfehlungen zur Versorgung von Kopfverletzungen
  • Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin – Hausärztliche Notfallversorgung
  • NICE – Head injury: assessment and early management
  • Übersichtsarbeiten zu Kopfverletzungen in BMJ und The Lancet Neurology

Die auf der Seite Gesundheits-Doc wiedergegebenen Inhalte dienen der allgemeinen Information zu gesundheitsbezogenen Themen und ersetzen keine ärztliche Konsultation.

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