Nasenbluten: Ursachen, Erste Hilfe & wann zum Arzt?
- Gesundheits-Doc
- 21. Jan.
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Aktualisiert: 21. Jan.

Nasenbluten (medizinisch: Epistaxis) gehört zu den häufigsten akuten Beschwerden im Alltag. Viele Menschen erschrecken sich, wenn plötzlich Blut aus der Nase läuft – dabei ist Nasenbluten in den meisten Fällen harmlos und gut zu beherrschen. Dennoch gibt es Situationen, in denen Nasenbluten ein Warnsignal sein kann und ärztlich abgeklärt werden sollte. Dieser Artikel erklärt verständlich, warum Nasenbluten entsteht, was im Akutfall richtig ist und wann medizinischer Rat wichtig wird.
Warum kommt es überhaupt zu Nasenbluten?
Die Nasenschleimhaut ist sehr gut durchblutet. Besonders im vorderen Nasenabschnitt befindet sich ein feines Gefäßnetz, das sogenannte Locus Kiesselbachi. Diese Gefäße liegen oberflächlich und können schon bei kleinen Reizen reißen.
Häufige Ursachen sind trockene Luft, vor allem im Winter durch Heizungsluft, aber auch mechanische Reize wie Naseputzen, Schnäuzen oder Nasenbohren. Auch Infekte der oberen Atemwege, allergische Reaktionen oder eine gereizte Schleimhaut durch Nasensprays spielen eine Rolle.
Bei Erwachsenen kann Nasenbluten außerdem mit Bluthochdruck, Blutverdünnern oder einer erhöhten Blutungsneigung zusammenhängen. Seltener liegen strukturelle Veränderungen der Nase, Entzündungen oder – sehr selten – Tumorerkrankungen zugrunde.
Nasenbluten bei Kindern – meist harmlos
Bei Kindern ist Nasenbluten besonders häufig und fast immer ungefährlich. Die Schleimhäute sind empfindlich, und kleine Verletzungen entstehen schnell. Typisch ist Nasenbluten bei trockener Raumluft oder im Rahmen von Erkältungen.
Wichtig ist hier vor allem, ruhig zu bleiben und das Kind korrekt anzuleiten. In der Regel hört das Bluten innerhalb weniger Minuten auf.
Erste Hilfe bei Nasenbluten – das ist richtig
Im Akutfall ist das richtige Verhalten entscheidend. Viele gängige Mythen – etwa den Kopf nach hinten zu legen – sind sogar kontraproduktiv.
Bei Nasenbluten sollte man sich aufrecht hinsetzen und den Kopf leicht nach vorne neigen, damit das Blut abfließen kann und nicht verschluckt wird. Anschließend werden die Nasenflügel für etwa 10 Minuten fest zusammengedrückt. Dabei ruhig durch den Mund atmen.
Zusätzlich kann Kälte helfen: Ein kühler Waschlappen oder Kühlpack im Nacken oder auf der Nase fördert die Gefäßverengung. Wichtig ist, währenddessen nicht zu sprechen, nicht zu schlucken und nicht nachzuschauen, ob es schon aufgehört hat – Geduld ist entscheidend.
Nach dem Stillstand des Blutes sollte man für einige Stunden auf starkes Schnäuzen, Sport oder Bücken verzichten.
Was man bei Nasenbluten vermeiden sollte
Den Kopf nach hinten zu legen, ist keine gute Idee. Das Blut läuft dabei in den Rachen und kann Übelkeit oder Erbrechen verursachen. Auch Wattestäbchen oder Taschentücher tief in die Nase zu schieben, kann die Blutung verlängern oder erneut auslösen.
Ebenso sollte man bei wiederholtem Nasenbluten nicht eigenständig Nasensprays mit abschwellender Wirkung über längere Zeit anwenden, da diese die Schleimhaut zusätzlich schädigen.
Wann sollte Nasenbluten ärztlich abgeklärt werden?
In den meisten Fällen ist Nasenbluten harmlos. Es gibt jedoch klare Situationen, in denen eine ärztliche Abklärung sinnvoll oder notwendig ist.
Wenn Nasenbluten häufig oder ohne erkennbaren Auslöser auftritt, sollte dies abgeklärt werden. Auch Nasenbluten, das länger als 20 Minuten trotz korrekter Erste-Hilfe-Maßnahmen anhält, ist ein Grund für einen Arztbesuch.
Besondere Vorsicht gilt bei Menschen, die Blutverdünner einnehmen oder an Bluthochdruck leiden. Auch nach einem Sturz oder Unfall, bei sehr starkem Blutverlust, Schwindel oder Kreislaufproblemen sollte umgehend ärztliche Hilfe gesucht werden.
Welche Untersuchungen sind beim Arzt sinnvoll?
In der ärztlichen Praxis wird zunächst die Nase inspiziert, oft mit speziellen Instrumenten oder einem Endoskop. Ziel ist es, die Blutungsquelle zu finden. Zusätzlich können Blutdruckmessungen und – bei Bedarf – Blutuntersuchungen erfolgen.
Je nach Ursache kann eine Verödung der Blutungsstelle, eine lokale Salbentherapie oder eine Anpassung der Medikation sinnvoll sein. Nur selten sind weiterführende Untersuchungen notwendig.
Wie lässt sich Nasenbluten vorbeugen?
Eine gute Pflege der Nasenschleimhaut ist der wichtigste Schutz. Regelmäßige Befeuchtung, zum Beispiel durch Meersalzsprays oder Nasensalben, hilft besonders in der Heizperiode. Ausreichendes Trinken und das Vermeiden von übermäßigem Schnäuzen oder Nasenbohren sind ebenfalls wichtig.
Bei bekanntem Bluthochdruck sollte auf eine gute Einstellung geachtet werden. Wer Blutverdünner einnimmt, sollte regelmäßige ärztliche Kontrollen wahrnehmen.
Empfehlung von Gesundheits-Doc
💙 Nasenbluten ist meist harmlos – aber richtiges Verhalten gibt Sicherheit. Wer die Erste-Hilfe-Maßnahmen kennt und Warnzeichen ernst nimmt, kann unnötige Sorgen vermeiden und im richtigen Moment handeln.
Häufige Fragen (FAQ)
1. Ist Nasenbluten gefährlich? In den meisten Fällen nicht. Gefährlich wird es vor allem bei starkem, anhaltendem oder häufig wiederkehrendem Nasenbluten.
2. Warum habe ich nachts oder morgens Nasenbluten? Oft liegt das an trockener Luft und ausgetrockneter Schleimhaut, besonders in beheizten Räumen.
3. Kann Bluthochdruck Nasenbluten verursachen? Bluthochdruck ist selten die direkte Ursache, kann aber stärkere Blutungen begünstigen.
4. Was tun, wenn Nasenbluten immer wiederkommt? Eine ärztliche Abklärung ist sinnvoll, um Schleimhautschäden, Blutdruck oder Medikamente zu überprüfen.
5. Dürfen Kinder mit Nasenbluten in die Schule? Ja, sobald die Blutung gestillt ist und keine weiteren Beschwerden bestehen.
6. Hilft Nasensalbe wirklich? Ja, regelmäßige Pflege kann die Schleimhaut stabilisieren und Nasenbluten vorbeugen.
Quellenbox
Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde (DGHNO): Patienteninformationen Epistaxis
AWMF-Leitlinie: Epistaxis – Diagnostik und Therapie
MSD Manual, Professional Version: Epistaxis
UpToDate: Evaluation and management of epistaxis






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