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Nasennebenhöhlenentzündung: Symptome, Behandlung & wann zum Arzt?

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Nasennebenhöhlenentzündung

Was ist eine Nasennebenhöhlenentzündung?

Die Nasennebenhöhlenentzündung (medizinisch: Sinusitis) ist eine der häufigsten Erkrankungen der oberen Atemwege. Sie entsteht meist im Anschluss an einen banalen Infekt wie einen Schnupfen. Dabei entzündet sich die Schleimhaut der Nasennebenhöhlen, was zu einer gestörten Belüftung und Sekretstau führt.

Man unterscheidet:

  • Akute Sinusitis (Dauer < 10–14 Tage)

  • Subakute Sinusitis (bis 12 Wochen)

  • Chronische Sinusitis (≥ 12 Wochen)

In der Mehrzahl der Fälle ist die akute Nasennebenhöhlenentzündung viral bedingt und heilt ohne spezifische Therapie aus. Dennoch können Beschwerden sehr belastend sein und die Lebensqualität deutlich einschränken.


Typische Symptome: Woran erkennt man eine Sinusitis?

Die Symptome einer Nasennebenhöhlenentzündung sind meist charakteristisch, können jedoch in ihrer Ausprägung variieren.

Häufige Beschwerden:

  • Druck- oder Schmerzgefühl im Gesicht (Stirn, Wangen, hinter den Augen)

  • Kopfschmerzen, oft lageabhängig

  • Verstopfte Nase

  • Gelblich-grünes Nasensekret

  • Riechstörung

  • Allgemeines Krankheitsgefühl

Begleitend können auftreten:

  • Zahnschmerzen im Oberkiefer

  • Fieber

  • Müdigkeit und Leistungsminderung

  • Husten, vor allem nachts

Nicht jede verstopfte Nase bedeutet automatisch eine Sinusitis – entscheidend ist die Kombination aus Druckschmerz, Sekretstau und zeitlichem Verlauf.


Ursachen und Risikofaktoren

Die häufigste Ursache ist ein viraler Infekt der oberen Atemwege. Durch Schleimhautschwellung wird der Abfluss aus den Nasennebenhöhlen behindert.

Begünstigende Faktoren sind:

  • Starker oder langanhaltender Schnupfen

  • Allergische Rhinitis

  • Nasenscheidewandverkrümmung

  • Nasenpolypen

  • Rauchen

  • Geschwächtes Immunsystem

Bakterielle Infektionen sind deutlich seltener und treten meist sekundär auf. Sie sind relevant, da sie einen schwereren oder prolongierten Verlauf verursachen können.


Behandlung: Was hilft wirklich?

Die Therapie richtet sich nach Ursache und Schweregrad. Bei unkomplizierter akuter Sinusitis stehen symptomlindernde Maßnahmen im Vordergrund:

  • Abschwellende Nasensprays (kurzzeitig!)

  • Kochsalz-Nasenspülungen

  • Schmerzmittel (z. B. Paracetamol, Ibuprofen)

  • Inhalationen

  • Ausreichende Flüssigkeitszufuhr

Antibiotika sind nur in bestimmten Situationen sinnvoll, etwa bei:

  • hohem Fieber

  • deutlich verschlechtertem Allgemeinzustand

  • anhaltenden Beschwerden über 10 Tage

  • Verdacht auf bakterielle Komplikation

Bei chronischer Sinusitis kommen zusätzlich infrage:

  • Kortisonhaltige Nasensprays

  • Allergiebehandlung

  • ggf. HNO-ärztliche Mitbeurteilung


Wann sollte man zum Arzt?

In den meisten Fällen heilt eine akute Nasennebenhöhlenentzündung folgenlos aus. Eine ärztliche Abklärung ist jedoch wichtig bei sogenannten Warnzeichen:

  • Beschwerden länger als 10–14 Tage ohne Besserung

  • Hohes oder anhaltendes Fieber

  • Zunehmende Schmerzen trotz Behandlung

  • Einseitige, starke Gesichtsschmerzen

  • Schwellung von Augenlidern oder Wangen

  • Sehstörungen oder neurologische Symptome

Gerade bei Kindern, älteren Menschen oder immungeschwächten Patient:innen sollte frühzeitig ärztlich beurteilt werden, um Komplikationen zu vermeiden.


Prognose und Prävention

Die Prognose der akuten Sinusitis ist in der Regel sehr gut. Die meisten Betroffenen sind nach 1–2 Wochen beschwerdefrei. Wichtig ist, abschwellende Nasensprays nicht länger als 5–7 Tage anzuwenden, um eine Schleimhautschädigung zu vermeiden.

Vorbeugend hilfreich sind:

  • Konsequente Behandlung von Schnupfen

  • Rauchverzicht

  • Allergiekontrolle

  • Regelmäßige Nasenspülungen bei Infektanfälligkeit

Eine frühzeitige und angemessene Behandlung kann verhindern, dass sich eine akute Sinusitis zu einer chronischen Erkrankung entwickelt.


Gesundheits-Doc Empfehlung

Die Nasennebenhöhlenentzündung ist meist harmlos, kann aber sehr unangenehm sein. Geduld, symptomorientierte Therapie und Aufmerksamkeit für Warnzeichen sind der Schlüssel für einen komplikationslosen Verlauf.


👉 Leidest Du unter anhaltendem Druck im Gesicht oder verstopfter Nase?👉 Lass abklären, ob eine Nasennebenhöhlenentzündung vorliegt – und informiere Dich evidenzbasiert bei Gesundheits-Doc.


FAQ – 6 häufige Fragen

1. Ist eine Sinusitis ansteckend? Die Sinusitis selbst nicht – der auslösende Infekt jedoch schon.

2. Brauche ich immer Antibiotika? Nein, die meisten Verläufe sind viral.

3. Wie lange dauert eine akute Sinusitis? Meist 7–14 Tage.

4. Sind Nasenspülungen sinnvoll? Ja, sie können Beschwerden lindern und Sekret lösen.

5. Kann eine Sinusitis chronisch werden? Ja, bei ungünstigem Verlauf oder fehlender Behandlung.

6. Wann sollte ich zum HNO-Arzt? Bei chronischen Beschwerden, Komplikationen oder Therapieversagen.


Quellenbox (Auswahl)
  • Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde
  • Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM)
  • Robert Koch-Institut
  • Deutsches Ärzteblatt, BMJ, UpToDate

Die auf der Seite Gesundheits-Doc wiedergegebenen Inhalte dienen der allgemeinen Information zu gesundheitsbezogenen Themen und ersetzen keine ärztliche Konsultation.

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