Nasennebenhöhlenentzündung: Symptome, Behandlung & wann zum Arzt?
- Gesundheits-Doc
- 26. Jan.
- 3 Min. Lesezeit
Gesundheits-Doc | verständlich · praxisnah · evidenzbasiert

Was ist eine Nasennebenhöhlenentzündung?
Die Nasennebenhöhlenentzündung (medizinisch: Sinusitis) ist eine der häufigsten Erkrankungen der oberen Atemwege. Sie entsteht meist im Anschluss an einen banalen Infekt wie einen Schnupfen. Dabei entzündet sich die Schleimhaut der Nasennebenhöhlen, was zu einer gestörten Belüftung und Sekretstau führt.
Man unterscheidet:
Akute Sinusitis (Dauer < 10–14 Tage)
Subakute Sinusitis (bis 12 Wochen)
Chronische Sinusitis (≥ 12 Wochen)
In der Mehrzahl der Fälle ist die akute Nasennebenhöhlenentzündung viral bedingt und heilt ohne spezifische Therapie aus. Dennoch können Beschwerden sehr belastend sein und die Lebensqualität deutlich einschränken.
Typische Symptome: Woran erkennt man eine Sinusitis?
Die Symptome einer Nasennebenhöhlenentzündung sind meist charakteristisch, können jedoch in ihrer Ausprägung variieren.
Häufige Beschwerden:
Druck- oder Schmerzgefühl im Gesicht (Stirn, Wangen, hinter den Augen)
Kopfschmerzen, oft lageabhängig
Verstopfte Nase
Gelblich-grünes Nasensekret
Riechstörung
Allgemeines Krankheitsgefühl
Begleitend können auftreten:
Zahnschmerzen im Oberkiefer
Fieber
Müdigkeit und Leistungsminderung
Husten, vor allem nachts
Nicht jede verstopfte Nase bedeutet automatisch eine Sinusitis – entscheidend ist die Kombination aus Druckschmerz, Sekretstau und zeitlichem Verlauf.
Ursachen und Risikofaktoren
Die häufigste Ursache ist ein viraler Infekt der oberen Atemwege. Durch Schleimhautschwellung wird der Abfluss aus den Nasennebenhöhlen behindert.
Begünstigende Faktoren sind:
Starker oder langanhaltender Schnupfen
Allergische Rhinitis
Nasenscheidewandverkrümmung
Nasenpolypen
Rauchen
Geschwächtes Immunsystem
Bakterielle Infektionen sind deutlich seltener und treten meist sekundär auf. Sie sind relevant, da sie einen schwereren oder prolongierten Verlauf verursachen können.
Behandlung: Was hilft wirklich?
Die Therapie richtet sich nach Ursache und Schweregrad. Bei unkomplizierter akuter Sinusitis stehen symptomlindernde Maßnahmen im Vordergrund:
Abschwellende Nasensprays (kurzzeitig!)
Kochsalz-Nasenspülungen
Schmerzmittel (z. B. Paracetamol, Ibuprofen)
Inhalationen
Ausreichende Flüssigkeitszufuhr
Antibiotika sind nur in bestimmten Situationen sinnvoll, etwa bei:
hohem Fieber
deutlich verschlechtertem Allgemeinzustand
anhaltenden Beschwerden über 10 Tage
Verdacht auf bakterielle Komplikation
Bei chronischer Sinusitis kommen zusätzlich infrage:
Kortisonhaltige Nasensprays
Allergiebehandlung
ggf. HNO-ärztliche Mitbeurteilung
Wann sollte man zum Arzt?
In den meisten Fällen heilt eine akute Nasennebenhöhlenentzündung folgenlos aus. Eine ärztliche Abklärung ist jedoch wichtig bei sogenannten Warnzeichen:
Beschwerden länger als 10–14 Tage ohne Besserung
Hohes oder anhaltendes Fieber
Zunehmende Schmerzen trotz Behandlung
Einseitige, starke Gesichtsschmerzen
Schwellung von Augenlidern oder Wangen
Sehstörungen oder neurologische Symptome
Gerade bei Kindern, älteren Menschen oder immungeschwächten Patient:innen sollte frühzeitig ärztlich beurteilt werden, um Komplikationen zu vermeiden.
Prognose und Prävention
Die Prognose der akuten Sinusitis ist in der Regel sehr gut. Die meisten Betroffenen sind nach 1–2 Wochen beschwerdefrei. Wichtig ist, abschwellende Nasensprays nicht länger als 5–7 Tage anzuwenden, um eine Schleimhautschädigung zu vermeiden.
Vorbeugend hilfreich sind:
Konsequente Behandlung von Schnupfen
Rauchverzicht
Allergiekontrolle
Regelmäßige Nasenspülungen bei Infektanfälligkeit
Eine frühzeitige und angemessene Behandlung kann verhindern, dass sich eine akute Sinusitis zu einer chronischen Erkrankung entwickelt.
Gesundheits-Doc Empfehlung
Die Nasennebenhöhlenentzündung ist meist harmlos, kann aber sehr unangenehm sein. Geduld, symptomorientierte Therapie und Aufmerksamkeit für Warnzeichen sind der Schlüssel für einen komplikationslosen Verlauf.
👉 Leidest Du unter anhaltendem Druck im Gesicht oder verstopfter Nase?👉 Lass abklären, ob eine Nasennebenhöhlenentzündung vorliegt – und informiere Dich evidenzbasiert bei Gesundheits-Doc.
FAQ – 6 häufige Fragen
1. Ist eine Sinusitis ansteckend? Die Sinusitis selbst nicht – der auslösende Infekt jedoch schon.
2. Brauche ich immer Antibiotika? Nein, die meisten Verläufe sind viral.
3. Wie lange dauert eine akute Sinusitis? Meist 7–14 Tage.
4. Sind Nasenspülungen sinnvoll? Ja, sie können Beschwerden lindern und Sekret lösen.
5. Kann eine Sinusitis chronisch werden? Ja, bei ungünstigem Verlauf oder fehlender Behandlung.
6. Wann sollte ich zum HNO-Arzt? Bei chronischen Beschwerden, Komplikationen oder Therapieversagen.
Quellenbox (Auswahl)
Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde
Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM)
Robert Koch-Institut
Deutsches Ärzteblatt, BMJ, UpToDate
Die auf der Seite Gesundheits-Doc wiedergegebenen Inhalte dienen der allgemeinen Information zu gesundheitsbezogenen Themen und ersetzen keine ärztliche Konsultation.






Kommentare