Nachtschweiß: Ursachen, Symptome & wann zum Arzt?
- Gesundheits-Doc
- 24. Jan.
- 3 Min. Lesezeit
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Nächtliches Schwitzen ist ein häufiges, aber oft unterschätztes Symptom. Viele Menschen berichten, nachts schweißnass aufzuwachen oder die Bettwäsche wechseln zu müssen – nicht selten verbunden mit Sorge vor einer ernsthaften Erkrankung. Wichtig ist eine klare Einordnung: Nicht jeder Nachtschweiß ist krankhaft, doch in bestimmten Konstellationen sollte er ärztlich abgeklärt werden. Dieser Artikel hilft, Ursachen zu unterscheiden und Warnsignale richtig zu erkennen.
Was versteht man unter Nachtschweiß?
Von Nachtschweiß spricht man, wenn es unabhängig von Raumtemperatur oder Bettdecke zu ausgeprägtem Schwitzen während des Schlafs kommt. Leichtes Schwitzen ist physiologisch – insbesondere in warmen Nächten oder bei Stress. Krankhaft relevant wird Nachtschweiß, wenn er:
wiederholt auftritt
zu nasser Kleidung oder Bettwäsche führt
ohne erkennbare äußere Ursache besteht
Entscheidend ist also nicht das Schwitzen an sich, sondern Intensität, Häufigkeit und Begleitsymptome.
Häufige und meist harmlose Ursachen
In der hausärztlichen Praxis ist Nachtschweiß häufig funktionell oder hormonell bedingt. Typische, meist harmlose Auslöser sind:
Infekte (grippale Infekte, Virusinfektionen)
Stress, Angst, psychische Belastung
Hormonelle Veränderungen
Wechseljahre
Schilddrüsenüberfunktion
Medikamente (z. B. Antidepressiva, Kortison, Fiebersenker)
Alkohol- oder Nikotinkonsum am Abend
In diesen Fällen ist der Nachtschweiß oft zeitlich begrenzt und bildet sich zurück, sobald der Auslöser entfällt.
Wann kann Nachtschweiß ein Warnsignal sein?
Bestimmte Konstellationen sollten aufmerksam machen – insbesondere, wenn Nachtschweiß neu auftritt oder anhält. Warnzeichen sind:
unbeabsichtigter Gewichtsverlust
Fieber unklarer Ursache
vergrößerte Lymphknoten
anhaltende Müdigkeit / Leistungsknick
nächtliches Schwitzen über Wochen
In solchen Fällen kommen u. a. infrage:
chronische Infektionen (z. B. Tuberkulose)
Autoimmunerkrankungen
hormonelle Erkrankungen
bösartige Erkrankungen (z. B. Lymphome – selten, aber relevant)
Wichtig: Nachtschweiß allein bedeutet keine Krebsdiagnose, gewinnt aber Bedeutung im Zusammenhang mit weiteren Symptomen.
Ärztliche Abklärung: Was wird untersucht?
Die Diagnostik beginnt immer mit einer gründlichen Anamnese:
Seit wann besteht der Nachtschweiß?
Wie stark ist er?
Gibt es Fieber, Gewichtsverlust oder Schmerzen?
Welche Medikamente werden eingenommen?
Je nach Befund können folgen:
körperliche Untersuchung
Blutuntersuchungen (Entzündungswerte, Blutbild, Schilddrüse)
ggf. Ultraschall, Röntgen oder weitere Bildgebung
In vielen Fällen zeigt sich keine schwerwiegende Ursache, was für Patient:innen oft bereits sehr entlastend ist.
Prognose und praktische Einordnung
Die Prognose bei Nachtschweiß ist in den meisten Fällen gut. Häufig handelt es sich um vorübergehende oder gut behandelbare Ursachen. Entscheidend ist, zwischen:
situativem, vorübergehendem Schwitzenund
persistierendem Nachtschweiß mit Begleitsymptomen
zu unterscheiden.
Merksatz:
Kurzzeitig, erklärbar, ohne Begleitsymptome → meist harmlos.Anhaltend, ungeklärt, mit Allgemeinsymptomen → bitte abklären.
Gesundheits-Doc Empfehlung
Nachtschweiß sollte ernst genommen, aber nicht dramatisiert werden. Beobachtung, Einordnung und ärztliche Abklärung bei Warnzeichen schaffen Sicherheit und helfen, relevante Ursachen frühzeitig zu erkennen – oder beruhigend auszuschließen.
👉 Schwitzt Du nachts regelmäßig und ohne erkennbare Ursache?👉 Sprich mit Deiner Hausärztin oder Deinem Hausarzt – und teile diesen Beitrag zur besseren Orientierung.
FAQ – 6 häufige Fragen
1) Ist Nachtschweiß immer krankhaft? Nein, häufig ist er harmlos oder stress-/hormonbedingt.
2) Können Wechseljahre Nachtschweiß verursachen? Ja, sehr häufig – auch ohne weitere Erkrankung.
3) Ist Nachtschweiß ein Krebszeichen? Allein nein. Relevant wird er nur mit weiteren Warnsymptomen.
4) Welche Medikamente können Nachtschweiß auslösen? U. a. Antidepressiva, Kortison, Hormonpräparate.
5) Wie lange darf Nachtschweiß bestehen? Kurzzeitig unproblematisch – bei Wochen bis Monaten bitte abklären.
6) Was kann ich selbst tun? Alkohol meiden, Schlafumgebung optimieren, Stress reduzieren – bei Persistenz ärztlich klären.
Quellenbox (Auswahl)
Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) – Leitsymptom-Einordnung
Robert Koch-Institut – Infektiologische Ursachen
UpToDate – Night Sweats in Adults
BMJ, The Lancet, Deutsches Ärzteblatt
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