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Tennisellenbogen: Warum und was hilft?

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Tennisellenbogen

Der Tennisellenbogen gehört zu den häufigsten schmerzhaften Überlastungserkrankungen des Arms. Trotz seines Namens betrifft er längst nicht nur Tennisspieler – im Gegenteil: Die Mehrzahl der Betroffenen hat nie einen Tennisschläger in der Hand gehalten. Büroarbeit, handwerkliche Tätigkeiten, Gartenarbeit oder monotone Bewegungen im Alltag reichen aus, um die typischen Beschwerden auszulösen.

Viele Patientinnen und Patienten erleben einen langwierigen Verlauf mit wiederkehrenden Schmerzen, eingeschränkter Belastbarkeit und Unsicherheit darüber, was wirklich hilft. Dieser Artikel erklärt fundiert, warum ein Tennisellenbogen entsteht, wie die Diagnose gestellt wird und welche Therapieansätze nach aktuellem Wissensstand sinnvoll sind – und welche eher kritisch zu betrachten sind.


Was ist ein Tennisellenbogen?

Der Tennisellenbogen wird medizinisch als Epicondylitis lateralis humeri bezeichnet. Gemeint ist eine schmerzhafte Reizung bzw. Degeneration der Sehnenansätze an der Außenseite des Ellenbogens.

Betroffen sind vor allem:

  • die Sehnen der Hand- und Fingerstrecker

  • deren Ansatz am äußeren Oberarmknochen (lateraler Epicondylus)

Entscheidend ist:➡️ Es handelt sich meist nicht um eine klassische Entzündung, sondern um eine Überlastung mit strukturellen Veränderungen des Sehnengewebes.


Warum heißt es „Tennisellenbogen“?

Der Name stammt aus der Sportmedizin, da die Erkrankung ursprünglich häufig bei Tennisspielern beobachtet wurde – insbesondere bei:

  • falscher Schlagtechnik

  • ungeeignetem Schläger

  • häufiger Rückhandbelastung

Heute weiß man:➡️ Alltägliche Bewegungen sind der weitaus häufigere Auslöser.


Ursachen: Warum entsteht ein Tennisellenbogen?

Der Tennisellenbogen entsteht durch wiederholte, einseitige Belastungen, bei denen die Unterarmmuskulatur ständig aktiviert wird.

Häufige Auslöser im Alltag

  • langes Arbeiten mit Maus und Tastatur

  • handwerkliche Tätigkeiten (Schrauben, Hämmern, Streichen)

  • Gartenarbeit (Heckenschere, Schaufel)

  • Tragen schwerer Gegenstände

  • wiederholte Drehbewegungen des Unterarms

Pathophysiologisch betrachtet

Durch die Dauerbelastung kommt es zu:

  • Mikroverletzungen im Sehnenansatz

  • unzureichender Regeneration

  • strukturellem Umbau des Gewebes

Das Ergebnis ist ein chronischer Reizzustand, der bei Belastung schmerzt.


Typische Symptome

Der Tennisellenbogen zeigt meist ein sehr charakteristisches Beschwerdebild:

  • Schmerz an der Außenseite des Ellenbogens

  • Ausstrahlung in Unterarm oder Hand

  • Schmerzen bei:

    • Greifen

    • Heben

    • Drehbewegungen

  • Kraftverlust der Hand

  • Druckschmerz über dem Sehnenansatz

Im Verlauf können selbst einfache Tätigkeiten wie das Öffnen einer Flasche schmerzhaft werden.


Diagnostik: Wie wird ein Tennisellenbogen festgestellt?

5.1 Klinische Untersuchung

Die Diagnose ist meist eine klinische Diagnose:

  • gezielte Drucktests

  • Provokationstests (z. B. Streckung gegen Widerstand)

  • Vergleich beider Seiten

5.2 Bildgebung

In der Regel nicht notwendig, kann aber sinnvoll sein bei:

  • untypischem Verlauf

  • Therapieresistenz

  • Verdacht auf andere Ursachen

Mögliche Verfahren:

  • Ultraschall

  • MRT (bei komplexen Verläufen)


Was hilft wirklich? – Therapieoptionen im Überblick

Die gute Nachricht:➡️ Ein Tennisellenbogen heilt in den meisten Fällen aus.Die Herausforderung ist der oft langwierige Verlauf.

6.1 Schonung – aber richtig

Komplette Ruhigstellung ist selten sinnvoll. Ziel ist:

  • Belastungsreduktion, nicht Inaktivität

  • Vermeidung schmerzauslösender Bewegungen

  • Anpassung von Arbeitsabläufen

6.2 Physiotherapie & gezieltes Training

Eine der wichtigsten Therapiesäulen.

Wirksam sind insbesondere:

  • exzentrisches Training der Unterarmmuskulatur

  • Dehnübungen

  • Koordinations- und Kraftaufbau

➡️ Passive Maßnahmen allein (z. B. Massage) reichen meist nicht aus.

6.3 Bandagen und Orthesen

Sogenannte Epicondylitis-Spangen können:

  • den Sehnenansatz entlasten

  • Schmerzen im Alltag reduzieren

Sie sind eine unterstützende Maßnahme, ersetzen aber keine aktive Therapie.

6.4 Schmerzmedikamente

  • NSAR (z. B. Ibuprofen) können kurzfristig helfen

  • sinnvoll bei akuter Schmerzphase

⚠️ Nicht als Dauerlösung geeignet, da sie die Ursache nicht beheben.

6.5 Injektionstherapien – kritisch betrachtet

  • Kortisoninjektionen können kurzfristig Schmerzen lindern

  • langfristig jedoch:

    • höhere Rückfallrate

    • schlechtere Gewebeheilung

➡️ Heute wird Kortison eher zurückhaltend eingesetzt.

Andere Verfahren (z. B. PRP, Stoßwelle) zeigen teils positive Effekte, die Studienlage ist jedoch uneinheitlich.

6.6 Operation – nur selten erforderlich

Eine Operation ist nur in Ausnahmefällen sinnvoll:

  • Beschwerden > 12 Monate

  • Versagen konservativer Therapie

  • deutliche funktionelle Einschränkung

Der überwiegende Teil der Betroffenen kommt ohne Operation aus.


Wie lange dauert die Heilung?

Geduld ist entscheidend:

  • viele Verläufe: 3–6 Monate

  • manche Fälle: bis zu 12 Monate

➡️ Eine langsame Besserung ist typisch und kein Zeichen einer falschen Therapie.


Was kann man selbst tun?

  • ergonomische Arbeitsplatzgestaltung

  • regelmäßige Pausen

  • gezielte Kräftigungsübungen

  • Belastungen variieren

  • frühes Reagieren bei ersten Schmerzen

Frühe Maßnahmen verhindern häufig einen chronischen Verlauf.


Prognose

Die Prognose ist insgesamt sehr gut:

  • die meisten Betroffenen werden wieder schmerzfrei

  • vollständige Belastbarkeit ist meist erreichbar

  • Rückfälle sind möglich, aber vermeidbar durch Prävention


Empfehlung von Gesundheits-Doc

Der Tennisellenbogen ist eine häufige, meist gutartige Überlastungserkrankung mit oft langem, aber günstigen Verlauf. Entscheidend sind eine frühe Diagnose, eine aktive Therapie mit gezieltem Training und Geduld. Passive Maßnahmen allein reichen selten aus. Mit konsequenter Behandlung lassen sich Schmerzen lindern und die Funktion in den allermeisten Fällen vollständig wiederherstellen.


Leidest du unter Ellenbogenschmerzen oder eingeschränkter Handkraft? Nutze unsere Gesundheits-Doc-Checkliste „Ellenbogenschmerzen richtig einordnen“ und sprich frühzeitig mit deiner Hausarzt- oder orthopädischen Praxis über gezielte Therapieoptionen.


FAQ – Häufige Fragen (6)

1) Ist ein Tennisellenbogen eine Entzündung? Meist nein – es handelt sich überwiegend um eine degenerative Überlastung.

2) Muss man den Arm ruhigstellen? Nein, gezielte Bewegung ist wichtiger als komplette Schonung.

3) Helfen Kortisonspritzen? Kurzfristig ja, langfristig eher kritisch zu bewerten.

4) Kann ein Tennisellenbogen chronisch werden? Ja, insbesondere bei fortgesetzter Überlastung.

5) Ist Sport erlaubt? Ja, sofern schmerzadaptierte Belastung eingehalten wird.

6) Wann ist eine OP nötig? Nur selten, bei langanhaltenden, therapieresistenten Beschwerden.


Quellenbox (Auswahl)
  • Deutsches Ärzteblatt: Epicondylitis lateralis – Diagnostik und Therapie
  • Cochrane Reviews: Conservative treatments for lateral elbow pain
  • Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie
  • Aktuelle Übersichtsarbeiten zur exzentrischen Trainingstherapie

Die auf der Seite Gesundheits-Doc wiedergegebenen Inhalte dienen der allgemeinen Information zu gesundheitsbezogenen Themen und ersetzen keine ärztliche Konsultation.

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