Basaliom erkennen & behandeln: Warnzeichen, Therapie, Nachsorge
- Gesundheits-Doc
- 9. Jan.
- 4 Min. Lesezeit

Ein Basaliom (medizinisch: Basalzellkarzinom) ist die häufigste Form von „weißem Hautkrebs“. Die gute Nachricht: Es metastasiert nur sehr selten – die weniger gute: Unbehandelt kann es lokal zerstörend wachsen, vor allem im Gesicht (Nase, Augenregion, Ohren). Deshalb gilt: früh erkennen, sicher behandeln.
1) Was ist ein Basaliom – und warum ist es wichtig, früh zu handeln?
Ein Basaliom entsteht aus Zellen der Basalschicht der Haut. Es wächst meist langsam, kann aber „wurzelartig“ in die Tiefe und seitlich auslaufen. Gerade an empfindlichen Stellen (Augenlider, Nasenflügel, Ohren) kann das funktionell und kosmetisch relevant werden. In den meisten Fällen ist eine vollständige Entfernung gut möglich – besonders, wenn es früh entdeckt wird.
Merke:
Selten lebensbedrohlich, aber potenziell zerstörend (lokal invasiv).
Je früher behandelt, desto kleiner der Eingriff – und desto besser das Ergebnis.
2) Wer hat ein erhöhtes Risiko?
Die wichtigsten Risikofaktoren sind gut belegt:
UV-Strahlung (Sonne, Solarium), insbesondere kumulative Belastung über Jahre
Heller Hauttyp, Neigung zu Sonnenbrand
Höheres Alter (häufiger ab mittlerem/älterem Lebensalter)
Immunsuppression (z. B. nach Organtransplantation)
Frühere Hautkrebserkrankungen erhöhen das Risiko für neue Läsionen
Die Prävention über konsequenten Sonnenschutz ist daher ein zentraler Baustein.
3) Basaliom erkennen: typische Warnzeichen
Basaliome sehen nicht immer „wie Hautkrebs“ aus. Häufig werden sie zunächst für eine harmlose Hautveränderung gehalten. Achte besonders auf Stellen, die neu sind oder sich verändern.
Häufige Erscheinungsformen
Knotiges (noduläres) Basaliom
Hautfarbener bis rosiger Knoten, oft „perlig glänzend“
Feine Äderchen (Teleangiektasien) auf der Oberfläche
Manchmal kleine Kruste, gelegentlich Blutung bei Berührung
Oberflächliches (superfizielles) Basaliom
Rötlich-schuppiger Fleck, oft am Rumpf
Kann wie Ekzem/Pilz wirken, heilt aber nicht dauerhaft ab
Sklerodermiformes/infiltratives Basaliom
Narbenähnliche, derbe, flache Stelle
Weniger auffällig – aber oft aggressiver im Wachstum
„Nicht wegignorieren“-Signale
„Pickel/Wunde“, die nach 4–6 Wochen nicht abheilt
Wiederkehrende Krusten, kleine Blutungen
Veränderung in Größe/Form/Farbe
Neue Läsion in der Gesichtsmitte (Nase, Augen, Oberlippe) oder am Ohr
Wenn du unsicher bist: lieber einmal zu früh als zu spät abklären.
4) Wie wird die Diagnose gestellt?
In der Praxis läuft es meist so:
Blickdiagnose + Dermatoskopie (Auflichtmikroskop)
Bei Verdacht: Gewebeprobe (Biopsie) oder direkte Entfernung mit Histologie
Je nach Lage/Größe/Typ: Einteilung in niedriges vs. höheres Risiko (wichtig für die Therapiewahl)
5) Behandlung: Was hilft wirklich?
Die Therapie richtet sich nach Lokalisation, Größe, Risikoprofil, Histologie und danach, ob es ein Ersttumor oder Rezidiv ist.
A) Operation – der Standard
In den meisten Fällen ist die chirurgische Entfernung die Therapie der ersten Wahl, weil sie hohe Heilungsraten ermöglicht und das entfernte Gewebe feingeweblich untersucht werden kann.
Standard-Exzision
Tumor wird mit Sicherheitsrand entfernt
Histologische Kontrolle der Schnittränder
Häufig ambulant, je nach Größe mit Naht/Plastik
B) Mikroskopisch kontrollierte Chirurgie (Mohs/MKC) – besonders bei „kritischen“ Stellen
Bei Basaliomen in bestimmten Regionen (v. a. im Gesicht), bei Rezidiven oder bei aggressiven Wachstumsmustern wird oft eine mikroskopisch kontrollierte Chirurgie empfohlen. Dabei werden die Ränder schichtweise untersucht, bis der Tumor vollständig entfernt ist – maximal gewebeschonend und sehr präzise.
Typische Situationen, in denen MKC/Mohs besonders sinnvoll ist:
Nasenregion, Augenlider, Lippen, Ohren
Rezidiv-Basaliom
Infiltrative/sklerodermiforme Typen
C) Nicht-operative Verfahren (bei ausgewählten Fällen)
Wenn ein Basaliom oberflächlich, klein, niedrig-riskant ist oder eine OP nicht ideal erscheint, kommen Alternativen in Betracht – oft mit etwas niedrigeren Heilungsraten als bei OP.
Topische Therapien (Creme)
z. B. Imiquimod (immunmodulierend) oder 5-Fluorouracil bei ausgewählten oberflächlichen Basaliomen
Photodynamische Therapie (PDT)
Option bei bestimmten oberflächlichen Läsionen, häufig mit gutem kosmetischem Ergebnis
Strahlentherapie
Wenn OP nicht möglich ist (z. B. sehr hohes OP-Risiko, schwierige Lokalisation, Patient:innenwunsch), teils auch adjuvant in speziellen Situationen
D) Fortgeschrittene Basaliome: Systemtherapie (selten, aber wichtig zu wissen)
Bei lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Basaliomen (selten) gibt es systemische Optionen:
Hedgehog-Inhibitoren (z. B. Vismodegib/Sonidegib)
Bei Bedarf danach/alternativ: PD-1-Inhibitoren in bestimmten Situationen
6) Nachsorge: Warum Kontrolle so wichtig ist
Nach einem Basaliom ist das Risiko erhöht, später erneut ein Basaliom (oder andere UV-bedingte Hauttumoren) zu entwickeln. Daher:
Regelmäßige Hautkontrollen (Intervall nach ärztlicher Empfehlung)
Selbstcheck 1×/Monat: Gesicht, Ohren, Kopfhaut, Rücken (mit Hilfe), Unterschenkel
Konsequenter Sonnenschutz: Schatten, Kleidung, Hut, Sonnenbrille, LSF 30–50, Solarium meiden
Tipp (Deutschland): Gesetzlich Versicherte können ab 35 Jahren alle 2 Jahre ein Hautkrebs-Screening nutzen.
7) Häufige Fragen (kurz & praxisnah)
„Ist ein Basaliom immer gefährlich?“ Meist nicht „lebensgefährlich“, aber es kann unbehandelt lokal viel zerstören. Deshalb: abklären lassen.
„Kann man das mit Creme statt OP behandeln?“ Bei bestimmten oberflächlichen, niedrig-riskanten Basaliomen: ja, möglich – Entscheidung hängt von Lage, Größe, Typ und Risiko ab.
„Kommt das wieder?“ Ein Tumor kann als Rezidiv zurückkommen (v. a. bei ungünstiger Lage/Typ). Außerdem steigt das Risiko für neue Hauttumoren – deshalb Nachsorge + UV-Schutz.
Empfehlung von Gesundheits-Doc
Wenn du eine neu auftretende oder nicht heilende Hautstelle bemerkst (v. a. im Gesicht), warte nicht zu lange: eine frühe Abklärung spart meist Aufwand, Gewebe und Sorge. Basaliome sind in den allermeisten Fällen sehr gut behandelbar, wenn man sie rechtzeitig erkennt.
➡️ Checke deine Haut heute in 3 Minuten:
Gibt es eine Stelle, die glänzt, krustet, blutet oder nicht abheilt?
Mach ein Foto (für dich), notiere seit wann – und vereinbare bei Verdacht einen Termin (Hausarzt/ Hautarzt).
📌 Mehr verständliche Medizinartikel & Checklisten findest du auf Gesundheits-Doc.
Quellenbox (Auswahl)
AWMF S2k-Leitlinie „Basalzellkarzinom der Haut“ (Update 2023/2024, PDF).
S2k-Leitlinie (Publikation/Übersicht, PMC).
NCCN Guidelines for Patients: Basal Cell Skin Cancer (PDF).
S3-Leitlinie Prävention von Hautkrebs (AWMF, PDF).
Cancer Research UK: Treatment decisions / Radiotherapy for BCC.
Skin Cancer Foundation: BCC treatment options (topische Therapien).
Deutsche Krebshilfe: Hautkrebsscreening ab 35 alle 2 Jahre.






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