Sonnenbrand richtig behandeln: Was hilft wirklich & wann zum Arzt?
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- vor 6 Tagen
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Ein warmer Sommertag, ein paar Stunden im Freien – und am Abend zeigt sich die Haut gerötet, spannt und schmerzt. Sonnenbrand wird häufig unterschätzt und als harmlose Begleiterscheinung sonniger Tage abgetan. Medizinisch betrachtet handelt es sich jedoch um eine akute Entzündungsreaktion der Haut, ausgelöst durch übermäßige UV-Strahlung. Jeder Sonnenbrand bedeutet eine Schädigung der Hautzellen und erhöht langfristig das Hautkrebsrisiko.
Dieser Artikel erklärt, was bei einem Sonnenbrand im Körper passiert, welche Maßnahmen wirklich helfen, welche Hausmittel sinnvoll sind – und wann ein Arztbesuch dringend erforderlich ist.
Was ist ein Sonnenbrand medizinisch?
Ein Sonnenbrand entsteht durch UV-B-Strahlung, die die oberen Hautschichten schädigt. Die Zellen reagieren mit einer Entzündungsreaktion: Blutgefäße erweitern sich, Flüssigkeit tritt ins Gewebe aus, Entzündungsstoffe werden freigesetzt. Das führt zu Rötung, Schwellung, Schmerzen und Wärmegefühl.
Entscheidend ist:➡️ Sonnenbrand ist keine oberflächliche Reizung, sondern eine echte Verbrennung der Haut – vergleichbar mit einer Verbrennung ersten oder zweiten Grades.
Wie schnell entsteht ein Sonnenbrand?
Wie rasch ein Sonnenbrand auftritt, hängt von mehreren Faktoren ab. Hauttyp, Intensität der UV-Strahlung, Tageszeit und Reflexion durch Wasser oder Sand spielen eine wichtige Rolle. Besonders gefährdet sind Menschen mit heller Haut, Kinder sowie Personen, die sich in der Mittagssonne ungeschützt im Freien aufhalten.
Oft entsteht der Sonnenbrand unbemerkt, da Schmerzen erst Stunden nach der UV-Exposition auftreten. Das erklärt, warum Schutzmaßnahmen häufig zu spät erfolgen.
Typische Symptome
Ein Sonnenbrand entwickelt sich meist verzögert. Zunächst zeigt sich eine leichte Rötung, später kommen Brennen, Spannungsgefühl und Schmerzen hinzu. In ausgeprägteren Fällen kann es zu Schwellungen, Blasenbildung und allgemeinem Krankheitsgefühl kommen. Auch Fieber, Kopfschmerzen oder Übelkeit sind möglich, insbesondere bei großflächigem Sonnenbrand.
Die Beschwerden erreichen ihren Höhepunkt meist nach 12 bis 24 Stunden und klingen erst nach mehreren Tagen wieder ab.
Erste Maßnahmen: Was sofort hilft
Bei den ersten Anzeichen eines Sonnenbrands ist es wichtig, sofort aus der Sonne zu gehen. Jede weitere UV-Belastung verschlimmert den Schaden. Die Haut sollte vorsichtig gekühlt werden, idealerweise mit lauwarmem Wasser oder kühlen Umschlägen. Eiskalte Anwendungen sind zu vermeiden, da sie die Haut zusätzlich reizen können.
Ebenso wichtig ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, da der Körper durch die Entzündungsreaktion mehr Wasser benötigt.
Behandlung: Was hilft wirklich?
Die Behandlung eines Sonnenbrands zielt darauf ab, die Entzündung zu lindern, die Haut zu beruhigen und die Regeneration zu unterstützen.
Feuchtigkeitsspendende, kühlende Pflegeprodukte ohne Duft- oder Konservierungsstoffe sind sinnvoll. Produkte mit Aloe vera oder Panthenol können die Heilung unterstützen, sofern sie gut vertragen werden. Bei stärkeren Schmerzen können kurzfristig entzündungshemmende Schmerzmittel eingesetzt werden, sofern keine Gegenanzeigen bestehen.
Wichtig ist, die geschädigte Haut in den folgenden Tagen konsequent vor weiterer Sonne zu schützen. Auch scheinbar abgeklungene Rötungen bedeuten nicht, dass die Haut bereits vollständig regeneriert ist.
Hausmittel – sinnvoll oder riskant?
Viele Hausmittel werden traditionell empfohlen. Nicht alle sind unbedenklich.
Quark oder Joghurt können kurzfristig kühlen, bergen aber das Risiko von Hautreizungen oder Infektionen, insbesondere bei vorgeschädigter Haut. Auch Essig oder Zitronensaft sind nicht empfehlenswert, da sie die Haut zusätzlich schädigen können.
Bewährt haben sich hingegen einfache Maßnahmen wie feuchte Umschläge, kühle Duschen und reizfreie Pflege. Grundsätzlich gilt: Je einfacher und hautschonender, desto besser.
Blasen, Schälen, Juckreiz – was beachten?
Bei stärkerem Sonnenbrand kann es zur Blasenbildung kommen. Diese Blasen sollten nicht eröffnet werden, da sie eine natürliche Schutzfunktion haben und Infektionen verhindern. Das Abschälen von Hautfetzen sollte ebenfalls vermieden werden.
Juckreiz ist ein häufiges Zeichen der Heilung, kann aber sehr belastend sein. Kühlende Anwendungen und geeignete Pflegeprodukte können hier Linderung verschaffen.
Wann sollte man zum Arzt?
Nicht jeder Sonnenbrand erfordert ärztliche Behandlung. Es gibt jedoch klare Warnzeichen, bei denen eine medizinische Abklärung notwendig ist. Dazu zählen großflächige Blasenbildung, starke Schmerzen, Fieber, Schüttelfrost oder Kreislaufprobleme. Auch Sonnenbrand bei Säuglingen und Kleinkindern sollte immer ärztlich beurteilt werden.
Ein Arztbesuch ist ebenfalls sinnvoll, wenn sich der Zustand trotz Behandlung nicht bessert oder Zeichen einer Infektion auftreten.
Langfristige Folgen von Sonnenbrand
Jeder Sonnenbrand hinterlässt Spuren. Wiederholte UV-Schäden erhöhen das Risiko für vorzeitige Hautalterung und Hautkrebs, insbesondere für das maligne Melanom. Auch scheinbar harmlose Sonnenbrände in der Kindheit wirken sich langfristig aus.
Sonnenschutz ist daher keine kosmetische Maßnahme, sondern aktive Gesundheitsvorsorge.
Wie lässt sich Sonnenbrand vermeiden?
Konsequenter Sonnenschutz ist die wirksamste Maßnahme. Dazu gehören das Meiden der Mittagssonne, geeignete Kleidung, Kopfbedeckung und die regelmäßige Anwendung von Sonnenschutzmitteln mit ausreichend hohem Lichtschutzfaktor. Wichtig ist auch das rechtzeitige Nachcremen, insbesondere nach dem Baden oder Schwitzen.
Empfehlung von Gesundheits-Doc
Sonnenbrand ist eine ernst zu nehmende Hautschädigung und kein harmloses Sommerproblem. Frühzeitige Maßnahmen, konsequente Schonung und geeignete Pflege unterstützen die Heilung. Besonders wichtig ist es, Warnzeichen zu erkennen und bei schweren Verläufen ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Langfristig schützt nur ein konsequenter Umgang mit Sonne vor wiederholten Hautschäden.
Hattest du in diesem Sommer bereits einen Sonnenbrand oder bist häufig ungeschützt in der Sonne? Nutze die Gesundheits-Doc-Checkliste „Sonnenschutz richtig anwenden“ und sprich bei Unsicherheiten mit deiner Hausarztpraxis oder Dermatologie.
FAQ – Häufige Fragen (6)
1) Ist ein Sonnenbrand eine Verbrennung? Ja, medizinisch entspricht er einer Verbrennung der Haut.
2) Wie lange dauert die Heilung? Je nach Schweregrad mehrere Tage bis Wochen.
3) Darf man mit Sonnenbrand duschen? Ja, lauwarm und kurz – heißes Wasser vermeiden.
4) Helfen After-Sun-Produkte? Sie können kühlen und befeuchten, ersetzen aber keinen Sonnenschutz.
5) Ist Sonnenbrand bei Kindern gefährlicher? Ja, Kinderhaut ist besonders empfindlich und schutzbedürftig.
6) Erhöht jeder Sonnenbrand das Hautkrebsrisiko? Ja, insbesondere wiederholte Sonnenbrände erhöhen das Risiko.
Quellenbox (Auswahl)
Deutsches Ärzteblatt: UV-Strahlung und Hautschäden
Deutsche Krebshilfe: Sonnenschutz und Hautkrebsprävention
Leitlinien zur Prävention von Hautkrebs
Übersichtsarbeiten zur Pathophysiologie des Sonnenbrands
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