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Malignes Melanom: Vorbeugung, Diagnostik & moderne Therapie

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Malignes Melanom

Das maligne Melanom, häufig auch als schwarzer Hautkrebs bezeichnet, ist die gefährlichste Form von Hautkrebs. Zwar macht es im Vergleich zu anderen Hauttumoren nur einen kleineren Anteil aus, ist jedoch für den Großteil der hautkrebsbedingten Todesfälle verantwortlich. Der Grund: Das Melanom neigt früh zur Metastasierung, kann sich also relativ schnell im Körper ausbreiten.

Die gute Nachricht: Wird ein malignes Melanom früh erkannt, sind die Heilungschancen sehr gut. Moderne Therapien haben zudem die Prognose auch in fortgeschrittenen Stadien deutlich verbessert. Dieser Artikel erklärt verständlich, wie man vorbeugen kann, wie die Diagnostik abläuft und welche Therapien heute zur Verfügung stehen.


Was ist ein malignes Melanom?

Das maligne Melanom entsteht aus Melanozyten – jenen Pigmentzellen der Haut, die für die Bildung von Melanin (Hautfarbe) verantwortlich sind. Es kann:

  • aus einem bestehenden Muttermal hervorgehen

  • oder neu auf gesunder Haut entstehen

Melanome treten nicht nur an sonnenexponierten Stellen auf, sondern auch:

  • an Fußsohlen oder Handflächen

  • unter den Nägeln

  • an Schleimhäuten

➡️ Nicht jedes dunkle Muttermal ist gefährlich – aber jedes Melanom ist ernst zu nehmen.


Häufigkeit und Bedeutung

  • Das maligne Melanom zählt zu den häufigsten Krebserkrankungen bei jüngeren Erwachsenen

  • Die Erkrankungszahlen steigen seit Jahren

  • Männer haben insgesamt eine etwas schlechtere Prognose, da Melanome oft später entdeckt werden

Der wichtigste Prognosefaktor bleibt der Zeitpunkt der Diagnose.


Ursachen und Risikofaktoren

3.1 UV-Strahlung – der wichtigste Risikofaktor

Übermäßige UV-Exposition gilt als zentraler Auslöser:

  • intensive Sonnenbrände (v. a. in der Kindheit)

  • häufige Urlaube mit starker Sonneneinstrahlung

  • Solarien (klarer Risikofaktor!)

➡️ Besonders gefährlich sind kurze, intensive UV-Belastungen, nicht nur chronische Sonne.

3.2 Weitere Risikofaktoren

  • heller Hauttyp (Typ I und II)

  • viele Muttermale (>50)

  • atypische/dysplastische Nävi

  • familiäre Vorbelastung

  • frühere Melanom-Erkrankung

  • Immunsuppression

Je mehr Risikofaktoren vorliegen, desto wichtiger sind regelmäßige Hautkontrollen.


Vorbeugung: Wie lässt sich ein Melanom verhindern?

4.1 Konsequenter Sonnenschutz

Die effektivste Prävention ist der UV-Schutz:

  • Mittagssonne meiden

  • schützende Kleidung, Kopfbedeckung

  • Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor (LSF ≥ 30, besser 50)

  • großzügig und regelmäßig nachcremen

4.2 Solarien vermeiden

Künstliche UV-Strahlung ist kein sicheres Bräunen, sondern steigert nachweislich das Melanomrisiko.

4.3 Hautselbstuntersuchung

Regelmäßiges Beobachten der eigenen Haut hilft, Veränderungen früh zu bemerken:

  • am besten einmal im Monat

  • mit Spiegel oder Hilfe einer zweiten Person

  • auch „versteckte“ Stellen kontrollieren


Warnzeichen erkennen: Die ABCDE-Regel

Die ABCDE-Regel ist ein bewährtes Instrument zur Früherkennung:

  • A – Asymmetrie: ungleichmäßige Form

  • B – Begrenzung: unscharf, gezackt, unregelmäßig

  • C – Color (Farbe): unterschiedliche Farbtöne

  • D – Durchmesser: > 5 mm

  • E – Evolution: Veränderung in Größe, Farbe oder Form

➡️ Schon ein erfülltes Kriterium reicht für eine ärztliche Abklärung.


Diagnostik: Wie wird ein Melanom festgestellt?

6.1 Klinische Untersuchung

  • Ganzkörper-Hautinspektion

  • Beurteilung von Muttermalen und Hautveränderungen

6.2 Dermatoskopie

Mit einem speziellen Auflichtmikroskop lassen sich:

  • Pigmentmuster

  • Gefäßstrukturen

  • asymmetrische Veränderungen

deutlich genauer beurteilen.

6.3 Exzision und Histologie

Der Goldstandard der Diagnose:

  • vollständige operative Entfernung der verdächtigen Läsion

  • feingewebliche Untersuchung

Wichtige histologische Parameter:

  • Tumordicke (Breslow-Tiefe)

  • Ulzeration

  • Mitosezahl

Diese bestimmen maßgeblich die weitere Therapie.


Stadieneinteilung und Bedeutung

Das Melanom wird nach internationaler Klassifikation in Stadien eingeteilt:

  • frühe Stadien: auf die Haut begrenzt

  • lokoregionale Stadien: Lymphknotenbefall

  • fortgeschrittene Stadien: Fernmetastasen

➡️ Je früher das Stadium, desto besser die Prognose.


Therapie des malignen Melanoms

8.1 Operative Therapie

Die Operation ist die wichtigste Therapieform:

  • vollständige Entfernung des Tumors

  • Sicherheitsabstand abhängig von der Tumordicke

Bei bestimmten Stadien:

  • Sentinel-Lymphknotenbiopsie zur Stadienbestimmung

8.2 Adjuvante Therapie

Bei erhöhtem Rückfallrisiko:

  • Immuntherapie (z. B. Checkpoint-Inhibitoren)

  • gezielte Therapie bei genetischen Veränderungen (z. B. BRAF-Mutation)

8.3 Therapie bei fortgeschrittenem Melanom

Moderne Therapien haben die Prognose deutlich verbessert:

  • Immuntherapie aktiviert das eigene Immunsystem

  • zielgerichtete Therapien greifen spezifische Tumoreigenschaften an

Eine klassische Chemotherapie spielt heute nur noch eine untergeordnete Rolle.


Nachsorge und Langzeitbetreuung

Nach einem Melanom ist eine strukturierte Nachsorge entscheidend:

  • regelmäßige Hautkontrollen

  • Lymphknotenuntersuchungen

  • ggf. bildgebende Verfahren

➡️ Ziel: Früherkennung von Rückfällen oder neuen Hauttumoren.


Prognose

Die Prognose hängt maßgeblich ab von:

  • Tumordicke

  • Stadium bei Diagnosestellung

  • Lymphknotenbefall

Früh erkannte Melanome haben heute sehr hohe Heilungschancen. Auch bei fortgeschrittenen Erkrankungen konnten moderne Therapien die Lebenserwartung deutlich verbessern.


Empfehlung von Gesundheits-Doc

Das maligne Melanom ist eine ernsthafte, aber heute gut behandelbare Krebserkrankung – wenn sie früh erkannt wird. Konsequenter Sonnenschutz, regelmäßige Hautkontrollen und eine niedrige Schwelle zur ärztlichen Abklärung bei Hautveränderungen sind die wirksamsten Maßnahmen. Moderne Diagnostik und Therapie ermöglichen in vielen Fällen eine sehr gute Prognose.


Hast du auffällige Muttermale oder warst du lange ungeschützt der Sonne ausgesetzt? Nutze unsere Gesundheits-Doc-Checkliste „Hautkrebs früh erkennen“ und nimm regelmäßig an der ärztlichen Hautkrebsvorsorge teil.


FAQ – Häufige Fragen (6)

1) Ist jedes Melanom schwarz? Nein. Es gibt auch hellere oder rötliche Melanome.

2) Kann ein Melanom aus einem Muttermal entstehen? Ja, aber viele Melanome entstehen neu auf gesunder Haut.

3) Wie oft sollte man zur Hautkrebsvorsorge gehen? In der Regel alle zwei Jahre, bei Risikopersonen häufiger.

4) Sind Solarien wirklich so gefährlich? Ja. Sie erhöhen nachweislich das Melanomrisiko.

5) Ist Hautkrebs heilbar? Früh erkannt ja – die Heilungschancen sind sehr gut.

6) Kann man nach einem Melanom wieder normal leben? In vielen Fällen ja, mit konsequenter Nachsorge.


Quellenbox (Auswahl)
  • S3-Leitlinie „Diagnostik, Therapie und Nachsorge des malignen Melanoms“
  • Deutsche Krebshilfe & Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ)
  • European Society for Medical Oncology (ESMO): Melanoma Guidelines
  • Deutsches Ärzteblatt: Aktuelle Therapie des malignen Melanoms

Die auf der Seite Gesundheits-Doc wiedergegebenen Inhalte dienen der allgemeinen Information zu gesundheitsbezogenen Themen und ersetzen keine ärztliche Konsultation.

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