Malignes Melanom: Vorbeugung, Diagnostik & moderne Therapie
- Gesundheits-Doc
- 31. Jan.
- 4 Min. Lesezeit
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Das maligne Melanom, häufig auch als schwarzer Hautkrebs bezeichnet, ist die gefährlichste Form von Hautkrebs. Zwar macht es im Vergleich zu anderen Hauttumoren nur einen kleineren Anteil aus, ist jedoch für den Großteil der hautkrebsbedingten Todesfälle verantwortlich. Der Grund: Das Melanom neigt früh zur Metastasierung, kann sich also relativ schnell im Körper ausbreiten.
Die gute Nachricht: Wird ein malignes Melanom früh erkannt, sind die Heilungschancen sehr gut. Moderne Therapien haben zudem die Prognose auch in fortgeschrittenen Stadien deutlich verbessert. Dieser Artikel erklärt verständlich, wie man vorbeugen kann, wie die Diagnostik abläuft und welche Therapien heute zur Verfügung stehen.
Was ist ein malignes Melanom?
Das maligne Melanom entsteht aus Melanozyten – jenen Pigmentzellen der Haut, die für die Bildung von Melanin (Hautfarbe) verantwortlich sind. Es kann:
aus einem bestehenden Muttermal hervorgehen
oder neu auf gesunder Haut entstehen
Melanome treten nicht nur an sonnenexponierten Stellen auf, sondern auch:
an Fußsohlen oder Handflächen
unter den Nägeln
an Schleimhäuten
➡️ Nicht jedes dunkle Muttermal ist gefährlich – aber jedes Melanom ist ernst zu nehmen.
Häufigkeit und Bedeutung
Das maligne Melanom zählt zu den häufigsten Krebserkrankungen bei jüngeren Erwachsenen
Die Erkrankungszahlen steigen seit Jahren
Männer haben insgesamt eine etwas schlechtere Prognose, da Melanome oft später entdeckt werden
Der wichtigste Prognosefaktor bleibt der Zeitpunkt der Diagnose.
Ursachen und Risikofaktoren
3.1 UV-Strahlung – der wichtigste Risikofaktor
Übermäßige UV-Exposition gilt als zentraler Auslöser:
intensive Sonnenbrände (v. a. in der Kindheit)
häufige Urlaube mit starker Sonneneinstrahlung
Solarien (klarer Risikofaktor!)
➡️ Besonders gefährlich sind kurze, intensive UV-Belastungen, nicht nur chronische Sonne.
3.2 Weitere Risikofaktoren
heller Hauttyp (Typ I und II)
viele Muttermale (>50)
atypische/dysplastische Nävi
familiäre Vorbelastung
frühere Melanom-Erkrankung
Immunsuppression
Je mehr Risikofaktoren vorliegen, desto wichtiger sind regelmäßige Hautkontrollen.
Vorbeugung: Wie lässt sich ein Melanom verhindern?
4.1 Konsequenter Sonnenschutz
Die effektivste Prävention ist der UV-Schutz:
Mittagssonne meiden
schützende Kleidung, Kopfbedeckung
Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor (LSF ≥ 30, besser 50)
großzügig und regelmäßig nachcremen
4.2 Solarien vermeiden
Künstliche UV-Strahlung ist kein sicheres Bräunen, sondern steigert nachweislich das Melanomrisiko.
4.3 Hautselbstuntersuchung
Regelmäßiges Beobachten der eigenen Haut hilft, Veränderungen früh zu bemerken:
am besten einmal im Monat
mit Spiegel oder Hilfe einer zweiten Person
auch „versteckte“ Stellen kontrollieren
Warnzeichen erkennen: Die ABCDE-Regel
Die ABCDE-Regel ist ein bewährtes Instrument zur Früherkennung:
A – Asymmetrie: ungleichmäßige Form
B – Begrenzung: unscharf, gezackt, unregelmäßig
C – Color (Farbe): unterschiedliche Farbtöne
D – Durchmesser: > 5 mm
E – Evolution: Veränderung in Größe, Farbe oder Form
➡️ Schon ein erfülltes Kriterium reicht für eine ärztliche Abklärung.
Diagnostik: Wie wird ein Melanom festgestellt?
6.1 Klinische Untersuchung
Ganzkörper-Hautinspektion
Beurteilung von Muttermalen und Hautveränderungen
6.2 Dermatoskopie
Mit einem speziellen Auflichtmikroskop lassen sich:
Pigmentmuster
Gefäßstrukturen
asymmetrische Veränderungen
deutlich genauer beurteilen.
6.3 Exzision und Histologie
Der Goldstandard der Diagnose:
vollständige operative Entfernung der verdächtigen Läsion
feingewebliche Untersuchung
Wichtige histologische Parameter:
Tumordicke (Breslow-Tiefe)
Ulzeration
Mitosezahl
Diese bestimmen maßgeblich die weitere Therapie.
Stadieneinteilung und Bedeutung
Das Melanom wird nach internationaler Klassifikation in Stadien eingeteilt:
frühe Stadien: auf die Haut begrenzt
lokoregionale Stadien: Lymphknotenbefall
fortgeschrittene Stadien: Fernmetastasen
➡️ Je früher das Stadium, desto besser die Prognose.
Therapie des malignen Melanoms
8.1 Operative Therapie
Die Operation ist die wichtigste Therapieform:
vollständige Entfernung des Tumors
Sicherheitsabstand abhängig von der Tumordicke
Bei bestimmten Stadien:
Sentinel-Lymphknotenbiopsie zur Stadienbestimmung
8.2 Adjuvante Therapie
Bei erhöhtem Rückfallrisiko:
Immuntherapie (z. B. Checkpoint-Inhibitoren)
gezielte Therapie bei genetischen Veränderungen (z. B. BRAF-Mutation)
8.3 Therapie bei fortgeschrittenem Melanom
Moderne Therapien haben die Prognose deutlich verbessert:
Immuntherapie aktiviert das eigene Immunsystem
zielgerichtete Therapien greifen spezifische Tumoreigenschaften an
Eine klassische Chemotherapie spielt heute nur noch eine untergeordnete Rolle.
Nachsorge und Langzeitbetreuung
Nach einem Melanom ist eine strukturierte Nachsorge entscheidend:
regelmäßige Hautkontrollen
Lymphknotenuntersuchungen
ggf. bildgebende Verfahren
➡️ Ziel: Früherkennung von Rückfällen oder neuen Hauttumoren.
Prognose
Die Prognose hängt maßgeblich ab von:
Tumordicke
Stadium bei Diagnosestellung
Lymphknotenbefall
Früh erkannte Melanome haben heute sehr hohe Heilungschancen. Auch bei fortgeschrittenen Erkrankungen konnten moderne Therapien die Lebenserwartung deutlich verbessern.
Empfehlung von Gesundheits-Doc
Das maligne Melanom ist eine ernsthafte, aber heute gut behandelbare Krebserkrankung – wenn sie früh erkannt wird. Konsequenter Sonnenschutz, regelmäßige Hautkontrollen und eine niedrige Schwelle zur ärztlichen Abklärung bei Hautveränderungen sind die wirksamsten Maßnahmen. Moderne Diagnostik und Therapie ermöglichen in vielen Fällen eine sehr gute Prognose.
Hast du auffällige Muttermale oder warst du lange ungeschützt der Sonne ausgesetzt? Nutze unsere Gesundheits-Doc-Checkliste „Hautkrebs früh erkennen“ und nimm regelmäßig an der ärztlichen Hautkrebsvorsorge teil.
FAQ – Häufige Fragen (6)
1) Ist jedes Melanom schwarz? Nein. Es gibt auch hellere oder rötliche Melanome.
2) Kann ein Melanom aus einem Muttermal entstehen? Ja, aber viele Melanome entstehen neu auf gesunder Haut.
3) Wie oft sollte man zur Hautkrebsvorsorge gehen? In der Regel alle zwei Jahre, bei Risikopersonen häufiger.
4) Sind Solarien wirklich so gefährlich? Ja. Sie erhöhen nachweislich das Melanomrisiko.
5) Ist Hautkrebs heilbar? Früh erkannt ja – die Heilungschancen sind sehr gut.
6) Kann man nach einem Melanom wieder normal leben? In vielen Fällen ja, mit konsequenter Nachsorge.
Quellenbox (Auswahl)
S3-Leitlinie „Diagnostik, Therapie und Nachsorge des malignen Melanoms“
Deutsche Krebshilfe & Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ)
European Society for Medical Oncology (ESMO): Melanoma Guidelines
Deutsches Ärzteblatt: Aktuelle Therapie des malignen Melanoms
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