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Rosazea: Ursachen verstehen & wirksame Hilfe finden

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Rosazea

Rötungen im Gesicht, sichtbare Äderchen, Brennen oder entzündliche Hautveränderungen – viele Betroffene leiden jahrelang unter diesen Symptomen, bevor die richtige Diagnose gestellt wird. Rosazea ist eine häufige, chronisch-entzündliche Hauterkrankung, die vor allem das Gesicht betrifft und für die Betroffenen nicht nur körperlich, sondern auch psychisch belastend sein kann.

Obwohl Rosazea gut behandelbar ist, bestehen viele Unsicherheiten: Woher kommt die Erkrankung? Ist sie heilbar? Was verschlimmert die Symptome – und was hilft wirklich? Dieser Beitrag gibt einen umfassenden Überblick über Ursachen, Auslöser und moderne Behandlungsmöglichkeiten.


Was ist Rosazea?

Rosazea ist eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung, die überwiegend:

  • Wangen

  • Nase

  • Stirn

  • Kinn

betrifft. Typisch sind anfallsartige oder dauerhafte Rötungen, teils begleitet von Entzündungen oder sichtbaren Gefäßerweiterungen.

Wichtig:

  • Rosazea ist nicht ansteckend

  • sie hat nichts mit mangelnder Hygiene zu tun

  • sie tritt meist erstmals im Erwachsenenalter auf

Der Verlauf ist oft schubweise.


Wie häufig ist Rosazea?

Rosazea ist weiter verbreitet, als viele denken:

  • betrifft schätzungsweise 5–10 % der Bevölkerung

  • häufiger bei hellhäutigen Menschen

  • Frauen sind etwas häufiger betroffen

  • Männer entwickeln seltener, aber oft schwerere Verlaufsformen

Viele Fälle bleiben unerkannt oder werden lange fehlgedeutet.


Ursachen: Warum entsteht Rosazea?

Die genaue Ursache ist nicht vollständig geklärt. Man geht von einem Zusammenspiel mehrerer Faktoren aus.

3.1 Gefäßreaktionen

Bei Rosazea reagieren die feinen Blutgefäße der Gesichtshaut überempfindlich:

  • sie erweitern sich schnell

  • ziehen sich verzögert wieder zusammen

Das führt zu anhaltender Rötung und sichtbaren Äderchen (Teleangiektasien).

3.2 Entzündliche Prozesse

Das angeborene Immunsystem der Haut ist bei Rosazea überaktiv. Entzündungsstoffe werden verstärkt freigesetzt, was:

  • Rötung

  • Brennen

  • Pusteln

begünstigt.

3.3 Rolle von Mikroorganismen

Bestimmte Hautmilben (Demodex folliculorum) kommen bei Rosazea-Patienten häufiger vor. Sie gelten nicht als alleinige Ursache, können aber:

  • Entzündungen verstärken

  • Schübe begünstigen

3.4 Genetische Veranlagung

Rosazea tritt familiär gehäuft auf. Eine genetische Empfindlichkeit der Haut spielt vermutlich eine Rolle.


Typische Symptome

Rosazea zeigt sich sehr unterschiedlich. Häufige Beschwerden sind:

  • anhaltende Gesichtsrötung

  • Flushs (plötzliche Rötungsanfälle)

  • sichtbare Äderchen

  • brennendes oder stechendes Hautgefühl

  • entzündliche Papeln und Pusteln

  • trockene, empfindliche Haut

➡️ Wichtig: Rosazea ist keine Akne, auch wenn sie manchmal ähnlich aussieht.


Verschiedene Formen der Rosazea

Medizinisch unterscheidet man mehrere Ausprägungen:

5.1 Erythematös-teleangiektatische Rosazea

  • dauerhafte Rötung

  • sichtbare Gefäße

  • empfindliche Haut

5.2 Papulopustulöse Rosazea

  • entzündliche Knötchen und Pusteln

  • häufige Fehldiagnose: Akne

5.3 Phymatöse Rosazea

  • Verdickung der Haut

  • häufig an der Nase (Rhinophym)

  • überwiegend bei Männern

5.4 Okuläre Rosazea

  • trockene, gereizte Augen

  • Lidrandentzündung

  • Fremdkörpergefühl

➡️ Augenbeschwerden sollten frühzeitig augenärztlich abgeklärt werden.


Was verschlechtert Rosazea? – Häufige Trigger

Viele Betroffene berichten über individuelle Auslöser:

  • Sonne und UV-Strahlung

  • Hitze, Sauna

  • scharfes Essen

  • Alkohol

  • Stress

  • starke Temperaturschwankungen

  • aggressive Kosmetik

Ein Trigger-Tagebuch kann helfen, persönliche Auslöser zu erkennen.


Diagnostik: Wie wird Rosazea festgestellt?

Die Diagnose erfolgt in der Regel:

  • klinisch durch Blickdiagnose

  • anhand der typischen Verteilung und Symptome

Weitere Untersuchungen sind meist nicht erforderlich, können aber helfen, andere Hauterkrankungen auszuschließen.


Therapie: Was hilft bei Rosazea?

Rosazea ist nicht heilbar, aber sehr gut kontrollierbar. Die Therapie richtet sich nach Ausprägung und Beschwerden.

8.1 Hautpflege – die Basis

Eine angepasste Pflege ist entscheidend:

  • milde, seifenfreie Reinigungsprodukte

  • alkoholfreie Pflege

  • konsequenter Sonnenschutz (LSF ≥ 30)

  • Verzicht auf reizende Inhaltsstoffe

➡️ Weniger ist oft mehr.

8.2 Äußerliche Medikamente

Je nach Befund kommen zum Einsatz:

  • entzündungshemmende Cremes oder Gele

  • gefäßverengende Wirkstoffe gegen Rötung

  • antimikrobielle Präparate

Diese Therapien wirken lokal und sind meist gut verträglich.

8.3 Systemische Therapie

Bei stärkeren Verläufen:

  • niedrig dosierte Antibiotika

  • zeitlich begrenzte Einnahme

Ziel ist nicht die Keimbekämpfung, sondern die Entzündungshemmung.

8.4 Weitere Verfahren

  • Laser- oder Lichttherapie bei Gefäßerweiterungen

  • Augenärztliche Mitbehandlung bei okulärer Rosazea


Alltagstipps für Betroffene

  • Haut vor Sonne schützen

  • extreme Temperaturen meiden

  • Stress reduzieren

  • bekannte Trigger vermeiden

  • Geduld mit der Therapie haben

Regelmäßige ärztliche Kontrolle hilft, den Verlauf günstig zu beeinflussen.


Prognose

Rosazea ist eine chronische Erkrankung, aber:

  • gut behandelbar

  • bei früher Therapie oft mild verlaufend

  • schwere Verläufe sind heute seltener

Ein individueller Behandlungsplan kann die Lebensqualität deutlich verbessern.


Empfehlung von Gesundheits-Doc

Rosazea ist eine häufige, oft unterschätzte Hauterkrankung, die für Betroffene belastend sein kann. Mit einer frühen Diagnose, angepasster Hautpflege und modernen Therapieoptionen lassen sich Symptome in den meisten Fällen gut kontrollieren. Entscheidend ist, individuelle Auslöser zu erkennen und die Behandlung konsequent umzusetzen.


Leidest du unter anhaltenden Gesichtsrötungen oder empfindlicher Haut? Nutze die Gesundheits-Doc-Orientierungshilfe „Rötungen im Gesicht richtig einordnen“ und sprich frühzeitig mit deiner Hausarzt- oder Hautarztpraxis.


FAQ – Häufige Fragen (6)

1) Ist Rosazea heilbar? Nein, aber sie ist gut behandelbar und kontrollierbar.

2) Ist Rosazea ansteckend? Nein, Rosazea ist nicht infektiös.

3) Darf man bei Rosazea Sonne? Ja, aber nur mit konsequentem Sonnenschutz.

4) Ist Rosazea eine Form von Akne? Nein, es handelt sich um unterschiedliche Erkrankungen.

5) Können Kosmetika Rosazea verschlimmern? Ja, insbesondere reizende oder stark parfümierte Produkte.

6) Wann sollte man ärztliche Hilfe suchen? Bei anhaltender Rötung, Entzündung oder Augenbeschwerden.


Quellenbox (Auswahl)
  • Deutsches Ärzteblatt: Rosazea – Diagnostik und Therapie
  • S2k-Leitlinie Rosazea
  • Europäische Dermatologie-Leitlinien
  • Übersichtsarbeiten zu chronisch-entzündlichen Hauterkrankungen

Die auf der Seite Gesundheits-Doc wiedergegebenen Inhalte dienen der allgemeinen Information zu gesundheitsbezogenen Themen und ersetzen keine ärztliche Konsultation.

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